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Wann gelingt Psychotherapie?

 Spiraltreppe

 

Umfangreiche Forschungsprojekte der letzten Jahrzehnte belegen klar, dass Psychotherapie im Vergleich zu anderen medizinischen Interventionen nicht nur überdurchschnittlich wirksam, sondern auch ein kostengünstiges Verfahren ist.

Als Faustregel gilt, dass ca. 40% des Therapieerfolges von Patientenvariablen, resp. seinem Kontext abhängen. Während die spezifischen therapeutischen Techniken nur ca. 15% der Effekte erklären, ist die therapeutische Beziehung mit ca. 45% der zentrale Wirkfaktor! 

 

Wissenschafliche Studien weisen - über alle Therapieschulen hinweg - folgende fünf grundlegende Wirkfaktoren der Psychotherapie nach:

 

 

1  Therapeutische Beziehung

 

Die Qualität der Beziehung zwischen dem Psychotherapeuten und dem Patienten / Klienten trägt signifikant zu einem besseren oder schlechteren Therapieergebnis bei. Vielleicht der wichtigste, aber auch am wenigsten fassbare Aspekt der Erklärung des Therapieerfolges ist die Person des Therapeuten und dessen Fähigkeit, eine heilsame Beziehung zu gestalten.  

 

 



2  Ressourcenaktivierung

 

Die Eigenarten, die die Patienten in die Therapie mitbringen, werden als positive Ressource für das therapeutische Vorgehen genutzt. Das betrifft vorhandene motivationale Bereitschaften, Fähigkeiten und Interessen der Patienten.

 


 

3  Problemaktivierung


Die Probleme, die in der Therapie verändert werden sollen, werden unmittelbar erfahrbar. Das kann z.B. dadurch geschehen, dass Therapeut und Klient reale Situationen aufsuchen, in denen die Probleme auftreten, oder dass sie durch besondere therapeutische Techniken wie intensives Erzählen, Imaginationsübungen, Rollenspiele o.ä. die Probleme erlebnismäßig aktualisieren.

 


 

4  Motivationale Klärung

 

Die Therapie fördert mit geeigneten Maßnahmen, dass der Patient ein klareres Bewusstsein der Determinanten (Ursprünge, Hintergründe, aufrechterhaltende Faktoren) seines problematischen Erlebens und Verhaltens gewinnt. 

Um eine möglichst gute und heilsame therapeutische Beziehung aufzubauen, sind explizite und klare Rahmenbedingungen und einleuchtende Erklärungen zum Wirkprinzip des therapeutischen Verfahrens von herausragender Bedeutung.

 

 


 

5  Problembewältigung

 

Die Behandlung unterstützt den Patienten mit bewährten problemspezifischen Maßnahmen (direkt oder indirekt) darin, positive Bewältigungserfahrungen im Umgang mit seinen Problemen zu machen.